Was ist Dummytraining?

Ursprung des Dummytrainings

 

Seine Anfänge fand das Dummytraining in den Bemühungen der Jäger, ihre Hunde während der jagdfreien Zeit in Form zu halten. Die Dummyarbeit ist also Jagdersatztraining für (überwiegend) Retriever.

Es gibt Dummies in unterschiedlichen Formen und Materialien, für die verschiedensten Einsatzgebiete.
Es gibt Dummies in unterschiedlichen Formen und Materialien, für die verschiedensten Einsatzgebiete.

Gearbeitet wird mit meist 500 g schweren, standardisierten „Stoffsäckchen“, allerdings gibt es mittlerweile auch eine große Auswahl von Spezialdummies für die verschiedensten Zwecke: Welpendummies, Felldummies, Wasserdummies,…

In der Dummyarbeit werden jagdnahe Szenen für den Retriever nachgestellt. Mittlerweile gibt es viele Prüfungs- und Wettkampfangebote im In- und Ausland. Dadurch hat sich die Dummyarbeit zu einer eigenen Hundesportdisziplin entwickelt, der manchmal der Bezug zur Jagdpraxis abhanden gekommen scheint. Die Dummyarbeit ist eine hervorragende und sehr natürliche Auslastung für Retriever bzw. allgemein für Hunde, die gerne bringen wollen – mit großem Suchtpotential auch für den Hundeführer.

 

Die Dummyarbeit kann von einem oder mehreren Hunden gleichzeitig sowohl an Land wie auch an Gewässern praktiziert werden. Sie gliedert sich in drei Hauptbereiche, die gezielt separat trainierbar sind oder sich in unerschöpflicher Vielfalt miteinander kombinieren lassen:

Markieren

Das Team wartet auf den Helfer, der das Dummy sichtig wirft.
Das Team wartet auf den Helfer, der das Dummy sichtig wirft.

Während der Hund frei am Fuß seines Führers sitzt oder frei neben ihm bei Fuß geht, wird für ihn sichtig in möglichst hohem Bogen durch einen Helfer ein Dummy geworfen. Es gibt - je nach Trainingsstand des Hundes - Einfach-, Doppel- und Dreifachmarkierungen. Der Hund soll die Fallstelle sehen, sich diese ggf. merken (sogenannte „Memories“), auf Kommando ohne überflüssigen Geländeverbrauch, also auf direktem Wege zur Fallstelle laufen und das Dummy / die Dummies auch auf direktem Wege wieder zurück bringen. Entfernung und Geländeübergänge / Geländewechsel machen es schwerer, ebenso wie ein zeitverzögertes Schicken des Hundes oder das Schicken von einem anderen Startpunkt aus. Manche Hunde haben das Markieren im Blut, andere müssen hart daran trainieren. Das Dummy kann mit Schuss, mit Entenlocker oder ganz ohne Geräusch geworfen werden. Dabei kann die Flugbahn vollständig oder nur teilweise sichtig sein.

 

 

Freie Verlorensuche

In der freiesten Form der Disziplinen, der freien Verlorensuche, zeigt sich sehr schön was der Hund von seinen Anlagen her mitbringt. Sucht er schnell und effizient, ausdauernd und selbstsicher oder ist er zu hektisch, setzt die Nase nicht sinnvoll ein oder fragt ständig seinen Hundeführer?

Das Suchengebiet kann auch im Wasser sein.
Das Suchengebiet kann auch im Wasser sein.

In der Verlorensuche wird der Hund wenig vom Führer beeinflusst, da dieser ebenfalls nicht weiß, wo die Dummies liegen. Der Führer kennt lediglich das Suchgebiet und muss seinen Hund in diesem halten. Dieser muss eigenständig arbeiten und seine Nase zielgerichtet einsetzen. Hat er ein Dummy gefunden, hat er dieses zügig und direkt zum Hundeführer zurück zu bringen ohne mit einem anderen Dummy aus dem Suchengebiet zu tauschen, um danach erneut in die Suche geschickt zu werden.

 

Durch die Geländeauswahl (dicht bewachsen oder eher offen) und die Beachtung von Wind, Größe des Suchgebietes sowie Anzahl der ausgelegten Dummies kann die freie Verlorensuche für den Hund einfach oder auch schwierig gestaltet werden.

 

Einweisen

Hier wird Jess "voran" auf ein Dummy geschickt.
Hier wird Jess "voran" auf ein Dummy geschickt.

Die hohe Kunst des Einweisens hat ihren Ursprung in der Hütearbeit der britischen Farmershunde. Alsbald wurde sie auf die Jagdhundeausbildung übertragen, da man die Nützlichkeit gerade für die Arbeit nach dem Schuss erkannte.

Voraussetzung ist, dass der Hundeführer weiß oder gesagt bekommt, wo das oder die Dummies liegen - der Hund aber nicht. Der Hund muss sich auch über größere Entfernungen zum Dummy lenken lassen. Dies geschieht durch verbale Kommandos in Kombination mit Körpersprache und Einsatz der Pfeife. Das Einweisen verlangt neben gutem Gehorsam vor allem viel Vertrauen vom Hund in den Hundeführer und einen systematischen und kleinschrittigen Aufbau. Geländewechsel, natürliche und nicht natürliche Hindernisse (Zäune, umgestürzte Bäume, Gräben,…) große Entfernungen und Verleitungen (z.B. durch Markierungen) erschweren das Einweisen.