Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen 'Beim Dummytraining ist nicht nur der Spaß wichtig, sondern auch die Gesundheit und das hormonelle Gleichgewicht Deines Hundes. In einem spannenden Interview mit Tierärztin und Verhaltenstherapeutin Dr. Lara Steinhoff wurde klar: Hormone spielen eine viel größere Rolle im Hundesport, als viele denken. Hier erfährst Du, worauf Du achten solltest.
Akuter vs. chronischer Stress – und was das für Dein Training bedeutet
Stress gehört zum Leben – auch zum Hundeleben. Ein bisschen Aufregung vor der Dummyprüfung kann sogar hilfreich sein. Adrenalin und Cortisol sorgen für Leistung, Motivation und Konzentration. Problematisch wird es aber, wenn aus akutem Stress chronischer Stress wird.
Chronischer Stress beim Hund kann bedeuten:
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Höheres Schmerzempfinden
- Schlechtere Regeneration
- Geschwächtes Immunsystem
Achte daher auf ausreichend Regenerationszeiten, besonders nach intensiven Trainingstagen oder mehreren Prüfungen hintereinander. Denn dein Hund braucht Ruhephasen, um wieder auf sein „Basalniveau“ zurückzukommen – den entspannten Grundzustand.
Die unterschätzte Schilddrüse: Müdigkeit, Mattheit und Konzentrationsprobleme
Besonders zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr kann es vorkommen, dass Hunde plötzlich „nicht mehr richtig mitziehen“. Häufig wird dann an Trainingsfehler gedacht – dabei steckt manchmal eine Schilddrüsenunterfunktion dahinter.
Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion:
- Lethargie und fehlende Motivation
- Gewichtszunahme trotz normalem Futter
- Lernprobleme oder „Vergesslichkeit“
- Stumpfes Fell, Ohrenentzündungen, Hautprobleme
Die häufigste Ursache: Eine autoimmune Erkrankung, bei der der Körper die eigene Schilddrüse angreift. Das entwickelt sich meist schleichend und wird oft erst spät erkannt. Gerade bei Arbeitshunden lohnt sich daher ein genauer Blick – nicht jeder „sture“ oder „träge“ Hund ist schlecht trainiert.
So erkennst Du hormonelle Belastung im Sportalltag
Gerade sportlich geführte Hunde übergehen oft eigene Grenzen, weil sie so sehr gefallen wollen. Deshalb solltest du auf diese Warnzeichen achten:
- Veränderte Reaktionsgeschwindigkeit
- Reizbarkeit oder Überdrehtheit
- Geringere Aufmerksamkeit
- Weniger Ausdauer oder Lust am Training
Wenn Du solche Veränderungen bemerkst, gönn Deinem Hund eine längere Pause und sprich mit einem Tierarzt oder einer Tierärztin, bevor Du weitertrainierst.
Wie Du Deinen Hund bei hormonellem Ungleichgewicht unterstützen kannst
Wenn eine hormonelle Erkrankung wie Morbus Addison, Cushing-Syndrom oder eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, braucht es meist eine tierärztliche Therapie. Ist Dein Hund aber gesund, kannst Du einiges tun:
- Sorge für stressfreie Regenerationsphasen
- Achte auf eine hochwertige, ausgewogene Ernährung
- Passe das Training dem körperlichen Zustand an
Nicht jeder Tag muss ein Leistungstag sein. Gerade an hormonell sensiblen Tagen (z. B. bei Hündinnen) hilft oft ein entspannteres Training.
Zyklus, Scheinträchtigkeit und Kastration: Was Du bei Hündinnen beachten solltest
Der Hormonhaushalt bei Hündinnen ist deutlich komplexer als beim Rüden. So verändern sich Verhalten und Leistungsfähigkeit in den verschiedenen Phasen des Zyklus spürbar.
Ein kurzer Überblick:
- Läufigkeit (Östrogen): Manche Hündinnen sind selbstbewusster und aktiver, andere abgelenkt und unkonzentriert.
- Scheinträchtigkeit (Progesteron): Häufig ruhiger, mehr Rückzugsbedürfnis.
- Scheinlaktation (Prolaktin): Nestbau, Spielzeug-Horten – hier hilft oft Ablenkung durch Training.
Wichtig: Diese Phasen sind keine Krankheit, sondern völlig normal. Nur wenn extreme Symptome auftreten (z. B. Futterverweigerung, starke Milchbildung), solltest Du tierärztlich abklären lassen, ob eine Kastration sinnvoll ist.
Und wie ist das bei Rüden?
Unkastrierte Rüden haben in der Regel stabile Hormonspiegel. Testosteron wirkt sich positiv auf die Muskulatur und Leistungsfähigkeit aus. So kann es nach einer Kastration zum Muskelabbau kommen – das muss aber kein Problem sein, wenn Du das im Training und ggf. mit Physiotherapie ausgleichst.
Fazit: Kenne Deinen Hund – und seine Hormone
Hormone beeinflussen Training, Motivation, Schmerzempfinden und Erholungsfähigkeit. Ob Rüde oder Hündin, jung oder im besten Alter: Wenn Dein Hund plötzlich anders reagiert als gewohnt, schau nicht nur ins Trainingstagebuch, sondern lass auch mal eine Tierärztin oder Physiotherapeutin drauf schauen.




