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Weitere Informationen 'Wie der Körperbau die Leistung im Dummytraining beeinflusst – Interview mit Sara Spelsberg
Viele denken beim Dummytraining zuerst an Trainingstechnik: Sitz, Voran, Markierungen, Blinds.
Aber die Wahrheit ist: Der Körper entscheidet mit, bevor dein Hund überhaupt losläuft.
In meinem Gespräch mit Hundephysiotherapeutin und Osteopathin Sara Spelsberg wurde klar, wie viele kleine körperliche Merkmale bestimmen, wie gesund, kraftvoll und verletzungsfrei ein Hund im Dummytraining arbeiten kann.
Dieser Artikel fasst für dich die wichtigsten Erkenntnisse zusammen – kompakt, verständlich und sofort im Alltag nutzbar.
Warum der Körperbau so entscheidend ist
Wenn dein Hund aus dem Sitz explosiv startet, abrupt bremst, eng wendet, springt oder ein Dummy aus schwierigem Gelände aufnehmen muss, greifen immer die gleichen Strukturen ineinander:
➤ Knochen & Gelenke
➤ Bindegewebe & Faszien
➤ Muskulatur
➤ Pfoten & Krallen
➤ Hals- und Rückenlinie
Und genau hier zeigen sich die großen Unterschiede, genetisch, rassebedingt oder individuell.
Sara erklärt:
„Körperbau ist das A und O. Wir sehen an Rückenlinie, Pfoten, Beckenbreite oder Winkelungen sofort, wo ein Hund stabil ist und wo Verletzungen wahrscheinlich werden.“
1. Rückenlinie & Bindegewebe – der unterschätzte Gesundheitsindikator
Eine stabile Rückenlinie zeigt Spannung, Kraft und gutes Bindegewebe.
Weiches Bindegewebe erkennst du daran, dass der Rücken eher „hängt“.
Das kann Folgen haben:
- höhere Verletzungsanfälligkeit
- Probleme bei Wendungen
- weniger Kraft beim Sprung
- schnellere Ermüdung
Besonders spannend:
Hunde mit weichem Bindegewebe zeigen oft einen Trommelbauch, obwohl sie nicht übergewichtig sind.
Die gute Nachricht:
Das lässt sich durch Muskulatur sehr gut ausgleichen.
2. Pfoten – kleine Details, große Wirkung
Pfoten sind das Fundament.
Darauf solltest du achten:
Geschlossene Pfoten (Katzenpfoten):
➤ eng, gewölbt, stabil
Unerwünschte Formen:
➤ lange Hasenpfoten
➤ breite, flache Pfoten
➤ weiche, schlecht gepolsterte Ballen
Diese führen langfristig zu Arthrosen und Fehlbelastungen bis hoch in Rücken und Hals.
Und die Krallen? Ein Riesenthema.
Sind sie zu lang, „kippt“ der Hund über die Zehen nach hinten – das wandert über die gesamte Statik nach oben.
Sara sagt:
„Bei über 80 % der Hunde sind die Krallen zu lang.“
Und nein, die laufen sich nicht „von selbst“ ab.
Kurze Krallen sind eine der einfachsten präventiven Maßnahmen für gesunde Bewegung.
3. Hals, Oberarm & Schulter – warum manche Hunde Dummys verlieren
Wenn ein Hund das Dummy bei Sprüngen verliert, kann das am Training liegen, aber auch eine körperliche Ursache haben. Oft liegt es am Körper – nicht am Griff.
Blockaden in der unteren Halswirbelsäule oder im Kiefergelenk verhindern, dass der Hund das Dummy beim Sprung stabil halten kann.
Auslöser können sein:
➤ steile Sprünge aus Auto oder Sofa
➤ ungleichmäßige Abgänge über Hindernisse
➤ unbemerkte Blockaden im Alltag
Guter Halsansatz + gute Muskulatur = stabiler Griff.
4. Gewicht tragen – wie viel ist eigentlich sinnvoll?
Es gibt keine starre Faustformel.
Aber: viele Hunde tragen mehr, als für ihre Halswirbelsäule gut ist.
Besonders junge Hunde sind gefährdet, weil ihre Wachstumsfugen noch nicht geschlossen sind.
Sara empfiehlt:
- nicht zu früh mit schweren Dummys arbeiten
- lieber gezielt Muskulatur aufbauen
- Aufwärmprogramm vor Belastung
- Beobachten, wie flüssig der Hund das Gewicht hält und sich bewegt
5. Schwimmen – gesund, aber nicht für jeden gleich einfach
Nicht jeder Hund schwimmt gut – manche können körperlich gar nicht gut schwimmen.
Worauf du achten solltest:
- Kopfposition
- Auftrieb im hinteren Bereich
- keine Paddelbewegung vorne
- ruhiger statt „planschender“ Stil
Hunde mit steilem oder langem Hals, breiter Brust oder ungünstiger Winkelung brauchen manchmal Unterstützung z. B. einen Schwimmgürtel statt einer Weste, um hinten mehr Auftrieb zu haben.
6. Welpen & junge Hunde – worauf du unbedingt achten solltest
Ab der 5. und 8. Woche lassen sich wichtige körperliche Merkmale einschätzen, wie gut der Welpe für einen aktiven Sport geeignet ist:
- Rückenlinie
- Pfotenform
- Winkelung der Hinter- und Vorderhand
- Brusttiefe
- Beckenbreite
- Rutenansatz
- Verhältnis Oberarm/Länge Brustkorb
Das Ziel:
Erkennen, ob der Welpe anatomisch gut ins Dummytraining passen wird und wo man später gezielt unterstützen sollte.




