P210: 10 Alltagssituationen, die dir das Dummytraining schwer machen

Januar 1, 2026


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Welche Fehler durch Alltagssituationen können im Dummytraining ein Problme werden?

Manchmal fühlt sich etwas völlig logisch und sinnvoll an und trotzdem macht es dir später im Dummytraining das Leben unnötig schwer. Genau darüber sprechen wir heute: über Alltagsgewohnheiten, die auf den ersten Blick harmlos wirken, aber langfristig echte Stolpersteine werden können.

1. Wasser forcieren – ein Klassiker mit Spätfolgen

Der Gedanke „Er muss früh schwimmen, sonst wird das nie was“ ist weit verbreitet, aber falsch.
Wenn du gestresst bist und dein Hund gestresst ist, prägt sich das ein. Und zwar tief.

  • Lass deinen Hund Wasser erst einmal neutral kennenlernen.
  • Spaziert am Ufer entlang, ohne Druck.
  • Wenn er schwimmt: super. Wenn nicht: auch super.
  • Strukturiertes Wassertraining erst ab ca. sechs Monaten.
  • Und ganz wichtig: Nichts ins Wasser werfen.

Eine entspannte Wasserannahme entsteht aus Entspannung – nicht aus „Hopp, da rein jetzt!“.

2. Bällchen & Spielzeug werfen – ohne Plan ein Steadiness-Killer

Unkontrolliert hinterherballern macht zwei Dinge zuverlässig kaputt:

  1. Die Steadiness
  2. Die Abgabe

Die Freude und der Hormonkick findet immer weit weg statt – nicht bei dir. So hast du es wesentlich schwerer deinen Hund davon zu überzeugen, dir das Dummy auch zu bringen, anstatt in Kreisen um dich herumzurennen.

Zudem startet dein Hund unkontrolliert und kommt unkontrolliert am Wurfobjekt an, was den Gelenken und Muskeln nicht gut tut.

Wenn du werfen möchtest, dann nur mit klarer Struktur und Ziel. Sonst lass es lieber.

3. Hetzen lassen – schon der Anfang ist problematisch

Hetzen beginnt nicht erst, wenn der Hund hinter einem Reh herbrettert.
Es beginnt da, wo du ein leichtes Zucken siehst:

  • Blätter
  • Fliegen
  • Autos an der Leine
  • Fahrräder
  • Vögel am Himmel

All das aktiviert Jagdhormone und programmiert deinen Hund langfristig.
Deshalb: früh eingreifen, Alternativen anbieten und dem Hund zeigen, dass dieses Verhalten nicht lohnt.

4. Fiepen, um etwas zu bekommen

Fiepen ist eine der häufigsten „Trainingsfallen“.
Warum? Weil es funktioniert, wenn man es lässt.

Typische Beispiele:

  • Fiepen vor der Terrassentür, um rausgelassen zu werden
  • Fiepen, weil dein Hund irgendwo nicht rankommt
  • Fiepen, um Aufmerksamkeit zu bekommen

Und zack, hat dein Hund gelernt: „Laut sein lohnt sich.“

Ausnahme: junge Welpen beim Stubenreinwerden. Da kann man auch mal ein Auge bei zudrücken.
Für alle anderen gilt: Nie belohnen, wenn der Hund gerade fiept.

5. Dummy als Spielzeug verwenden

Mit dem Dummy rangeln, zergeln oder spielen?

Bitte nicht.

Ein Dummy ist Arbeitsmaterial, kein Spielzeug.
Sonst verschwimmen die Signale, und dein Hund betrachtet das Dummy nicht mehr als neutrales Arbeitsgerät, sondern als Spaßobjekt.

Das rächt sich spätestens in der Abgabe.

6. Signale nicht auflösen

Ein Thema, das später zum echten Dummyproblem wird.

Jedes Signal braucht:

  • eine klare Ausführung
  • eine klare Auflösung

Beispiele:
Sitz, Platz, Bring, Fuß… alles.

Wenn du nicht auflöst, löst dein Hund selbst auf.
Und das wird zu einem riesigen Kommunikationsproblem – im Alltag wie im Training.

7. Anspringen – auch nicht im Spiel

Ja, es ist süß.
Ja, Welpen sind klein.

Aber:
Wenn du es lässt, bleibt es. Und später springt dein Hund:

  • dich bei der Abgabe an
  • den Richter
  • andere Hundehalter
  • oder nutzt es als Stressventil

Ein absolutes No-Go für die Dummyarbeit und ehrlich gesagt auch für den Alltag.

8. Aufgaben „mal eben zum Spaß“ ausprobieren

Ja, du sollst experimentieren.
Ja, du darfst auch mal außerhalb der Komfortzone trainieren.
Und natürlich willst du die coole neue Aufgabe testen.

Aber:

Wenn du weißt, dass dein Hund es nicht können kann und du es trotzdem machst,
dann tust du es nicht für deinen Hund, sondern für dich.

Das ist verständlich.
Aber unfair.

Und in vielen Fällen entstehen daraus langfristige Baustellen, die man später mühsam wieder reparieren muss.

9. Jeden Hund und jeden Menschen begrüßen lassen

Wir brauchen im Dummytraining einen Hund, der ein wenig reserviert ist.
Nicht unhöflich – einfach nicht überbegeistert.

Wenn dein Hund jeden begrüßen darf, lernt er:

„Jeder Kontakt = Jackpot!“

Später in einer Gruppe oder auf Prüfungen ist das extrem schwierig.
Darum:
Nicht jeden. Sondern ausgewählt, selten, bewusst.

10. Laute Veranstaltungen besuchen, bevor du weißt, ob dein Hund schussfest ist

Natürlich muss dein Hund lernen, Lärm auszuhalten.
Aber unkontrollierbare Geräusche wie:

  • Silvester
  • Knaller
  • Raketen
  • Baumarkt-Krach
  • herunterfallende Metallteile
  • plötzlicher Lärm von anderen Besuchern

können deinen Hund massiv überfordern und du kannst die Situation nicht stoppen.

Viel besser:
Schrittweise heranführen, kontrollierbar, vorhersehbar.

Fazit

Keine Panik, jeder hat schon Dinge getan, die im Dummytraining später unpraktisch sind.
Die gute Nachricht: Hunde sind toll. Sie lernen neu. Sie verzeihen. So wird nicht jeder Fehler in Alltagssituationen zu einem Problem im Dummytraining.

Du findest jede Menge Grundlagen im Blogartikel „14 Antworten zu deinen Fragen: Dummytraining mit Welpe“ unter: https://www.hundeschule-jagdfieber.de/dummytraining-mit-welpe/

Links, die in dieser Episode erwähnt wurden:


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Susanne

Gründerin der Hundeschule Jagdfieber

Seit über 10 Jahren bringe ich in der Hundeschule Jagdfieber Mensch-Hund-Teams das Dummytraining bei. 


Ich habe mich voll und ganz auf das Dummytraining spezialisiert und unterrichte es hauptsächlich online in meinen Kursen und dem Mitgliederbereich "Team Jagdfieber".


In meiner kostenlosen Trainingsgruppe Jagdfieber schicke ich dir jeden Freitag eine Mail mit Infos zum Podcast oder mit einer extra Trainingsaufgabe für dich zu Hause.


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