Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen 'Viele Hundehalter haben Angst, dass ihr Hund ohne Futterbelohnung nicht zuverlässig arbeitet. Dieses Gefühl kann ich gut verstehen. Aber genau hier wird’s spannend, denn wenn du Futter richtig einsetzt und clever ausschleichst, arbeitet dein Hund zuverlässig, fröhlich und motiviert.
Warum Futter im Training so wichtig ist und warum es trotzdem weniger werden darf
Vielleicht kennst du diesen Satz: „Mit Futter macht er ja alles. Ohne hört er nicht.“
Das ist das größte Vorurteil gegenüber Futterbelohnungen. Doch das ist ein Mythos.
Ein Erlebnis auf einem Spaziergang zeigt das wunderschön:
Ein anderer Hund springt laut bellend in die Leine, ich gehe mit meinem Hund ruhig vorbei, sage „Gut gemacht“ und gebe ihm einen Keks. Darauf ruft mir der andere Halter hinterher: „Mit Futter ist das ja auch einfach!“
Meine Antwort wäre am liebsten gewesen: „Dann mach es doch.“ Denn allein ein Keks löst keine Probleme. Wenn es so wäre, hätten wir keine Leinenpöbler mehr.
Futter ist nicht Bestechung.
Futter ist ein Werkzeug.
Es ist Motivation – und Motivation ist unser einzig sinnvolles Mittel, wenn wir fair trainieren wollen.
Wie du Futter sinnvoll ausschleichst
Futter ausschleichen heißt nicht:
„Von heute auf morgen keine Kekse mehr.“
Futter ausschleichen heißt:
Du nutzt Belohnung planvoll, angepasst und strukturiert.
Es gibt drei Schritte.
1. Die Qualität und Menge variieren
Keine Übung bekommt immer dieselbe Belohnung.
- Neues und Schweres → bessere oder mehr Belohnungen
- Bekanntes und Einfaches → weniger oder gar keine Belohnung
So lernt dein Hund:
Es lohnt sich, sich anzustrengen.
Und: Nicht alles im Training führt zu einem „mega Jackpot“.
Das schützt vor Abstumpfung und steigert die Motivation – ganz ohne Druck.
2. Mit Struktur trainieren
Struktur ist Gold wert, wenn du Futter ausschleichst.
Im Trainingsprogramm (wie im Team Jagdfieber) arbeiten wir in Stufen.
Jede Stufe enthält die gleichen Elemente, aber in steigender Schwierigkeit.
Das bedeutet:
Dein Hund kann auf sein bereits aufgebautes Wissen zurückgreifen.
Beispiel „Große Suche“:
- Starter-Dummy: Du gehst mit rein, zeigst Wind, Gelände, Abgabe.
- Pocket-Dummy: Dein Hund lernt Tiefe.
- Standard-Dummy: Ausdauer kommt dazu.
- Ernte: Kombinationen und Verleitungen.
Wenn dein Hund ein Element sicher kennt, ist es viel leichter, die Belohnung zu reduzieren, weil er weiß, was zu tun ist.
3. Futter ausschleichen – ganz praktisch
Mach es dir leicht:
Belohne einfach mal einen Dummy nicht.
Zwei Möglichkeiten:
- Dein Hund ist okay damit → Super, weiter so.
- Dein Hund ist irritiert → Geh einen Trainingsschritt zurück.
Das heißt konkret:
Zeig deinem Hund die Hilfen, die du in der vorherigen Stufe genutzt hast.
Wie du in Prüfungen belohnst (ohne zu schummeln)
In Prüfungen darfst du natürlich nicht während der Aufgabe belohnen.
Aber davor und danach ist erlaubt, wenn du es richtig anwendest.
So machst du’s sauber und fair:
- Wenn die Leine am Hund ist, darf der Richter nichts mehr bewerten.
- Also: Aufgabe vorbei, Richter danken, umdrehen, weggehen.
- Wenn kein anderer Teilnehmer kommt → Belohnung raus.
- Am besten ein Ball mit Schnur (kein Futter, damit nichts herumliegt).
Aber das musst du vorher im Training üben:
- Warten neben einem „Richter“, der lange redet
- Dass jemand während der Aufgabe hinter dir steht
- Belohnen an der Leine
- Und ganz wichtig: Die Leine ist nicht das Signal zum Aufdrehen. Das Signal kommt von dir.
So lernt dein Hund:
Belohnung gibt’s, aber klar strukturiert und nur auf dein Zeichen.
Warum du dich nicht wie ein „Weichei“ fühlen musst
Motivation ist kein Zeichen von Schwäche.
Motivation ist ein Zeichen von Fairness, Klarheit und guter Zusammenarbeit.
Und wenn du Futter durchdacht einsetzt und sauber ausschleichst, hast du einen Hund, der:
- motiviert arbeitet
- dich versteht
- Prüfungen meistert
- und Spaß am Training hat
Ganz ohne Angst.
Ganz ohne Druck.
Wenn du Futter richtig einsetzen willst und es später sauber ausschleichen möchtest
Im SmartBasics Dummykurs lernst du Schritt für Schritt:
- wie du Belohnungen sinnvoll aufbaust
- welche Arten von Belohnung Qualität wirklich ausmachen
- wie du Motivation erzeugst, ohne deinen Hund abhängig vom Futter zu machen
- und wie du das Ganze so strukturierst, dass dein Hund verlässlich – auch ohne Kekse – arbeitet
Perfekt, wenn du dir einen klaren, logischen Aufbau wünschst und deinen Hund fair, motivierend und ohne Druck trainieren möchtest.
Schau gern rein:
https://www.hundeschule-jagdfieber.de/dummykurs/
Fazit
Futter ausschleichen bedeutet nicht, deinem Hund etwas wegzunehmen. Es bedeutet, ihm etwas beizubringen. Nämlich, dass Zusammenarbeit, klare Signale und spannende Aufgaben lohnend sind, ganz unabhängig vom Keks in deiner Tasche. Wenn du Belohnungen bewusst variierst, mit Struktur trainierst und Schritt für Schritt unabhängiger vom Futter wirst, entsteht genau das, was wir uns im Dummytraining wünschen: ein Hund, der aus echter Motivation arbeitet. Nicht aus Angst, nicht aus Gewohnheit, sondern weil er es möchte.
Und das ist am Ende viel wertvoller als jede Tüte Kekse.
Viel Spaß beim Training!
Links, die in dieser Episode erwähnt wurden:
-> zur Podcastepisode P093: Lockst du noch oder bestätigst du schon? Mitdenken statt nach Futter geiern!
-> zur Podcastepisode 168: Futter im Dummytraining - Hilfe oder Hindernis




