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Weitere Informationen 'Pubertät im Dummytraining: Warum dein Hund plötzlich „alles vergisst“ und wie du sicher durch diese Phase kommst
Dein Hund wirkt plötzlich erwachsen. Größe, Verhalten, Gelassenheit, alles schreit: „Ich bin jetzt groß!“
Und weil es im Training schon so lange gut läuft, reduzierst du ganz automatisch die Hilfen. Weniger Kekse, weniger Unterstützung, mehr Anspruch. Schließlich trainierst du ja schon seit Monaten konsequent.
Doch genau das ist der Moment, in dem viele Teams unbemerkt in eine Trainingsfalle stolpern.
Wenn der Hund erwachsen aussieht, aber noch kein Erwachsener ist
Bei jungen Hunden entsteht schnell ein Gefühl von „der kann das doch jetzt“.
Die Übungen klappen, du siehst Fortschritte, du gehst mutig die nächsten Schritte an:
- weniger Futter
- weniger Hilfen
- schwierigere Aufgaben
- höhere Distanzen
Vor allem Hunde, die viel natürlich anbieten, sind hier besonders gefährdet. Sie wirken so, als würden sie sich langweilen, wenn du nicht weiter voranschreitest. Und genau deshalb neigt man dazu, ihnen mehr zuzumuten.
Nach dem Motto: Wenn er es doch kann, warum dann nicht auch machen?
Die verdeckte Erwartung: Prüfungen & das Ende des „Babybonus“
Mit dem ersten Geburtstag deines Hundes rücken Prüfungen näher und der Baby-Status verschwindet.
Deine Erwartungshaltung steigt automatisch.
Und du willst nicht trödeln. Du willst gut vorbereitet sein. Du willst zeigen, was ihr könnt.
Und gleichzeitig passiert unbemerkt noch etwas anderes:
Du erwartest eine gleichmäßige Entwicklung, eine Lernkurve, die stetig nach oben geht.
Doch genau das passiert in der Realität nie.
Die große Falle: Am Anfang klappt alles und dann wird’s schwierig
Die ersten Schritte im Dummytraining wirken oft wie Magie:
- Der Hund versteht schnell.
- Die Aufgaben sind einfach aufgebaut.
- Die Abstände sind klein.
- Die Fortschritte kommen fast täglich.
Dadurch entsteht ein Tempo, das sich gut anfühlt. Ein Flow.
Man trainiert Schritt für Schritt und merkt gar nicht, wie schnell man voranschreitet.
Doch ab einem gewissen Punkt werden die Aufgaben schwieriger und dein Hund braucht viel mehr Wiederholungen, viel mehr Verständnisarbeit.
Das Problem:
Man sieht oft nicht, ob der Hund eine Aufgabe wirklich verstanden hat oder ob sie nur wegen des systematischen Aufbaus klappt.
Zum Beispiel ist ein Voran auf einen einzelnen Stand einfach.
An zwei Stäben vorbeizulaufen und den richtigen anzusteuern, nicht mehr.
Und hier beginnt die Unsicherheit.
Pubertät: Wenn das Gehirn plötzlich auf Baustelle schaltet
Genau in dem Moment, in dem du denkst:
„Jetzt können wir mehr machen!“
… kommt die Pubertät.
Die Spooky Phase.
Die Unsicherheitsphase.
Die „ich dachte, das konnten wir schon“-Phase.
Ein kompletter Umbau im Kopf deines Hundes trifft auf steigende Anforderungen.
Und das führt zu:
- mehr Nachfragen
- Unsicherheit
- Rückschritten
- scheinbarer „Sturheit“
- Tagesform-Training (gestern top, heute Chaos)
Die doppelte Belastung für deinen Hund:
- Hormone & Umbauarbeiten im Körper
- höhere Erwartungen vom Menschen
Das ist viel.
Und es erklärt, warum manche Hunde in dieser Phase scheinbar „abstürzen“.
Die Lösung: Trainiere mit System und erkenne, wann du wiederholen musst
Ein strukturierter Trainingsplan ist in dieser Phase Gold wert.
Er zeigt dir:
- bis wohin dein Hund die Aufgabe noch gut geschafft hat
- wo du zu schnell warst
- wo dein Hund noch Verständnisarbeit braucht
- ob er die Aufgabe wirklich begriffen hat
- wann du besser eine Stufe zurückgehst
- wie du sicher generalisierst
Genau so arbeite ich mit Yuko und das hat uns durch viele wackelige Phasen getragen.
Training mit Plan: Mein Beispiel mit Yuko
Als ich im Sommer mit Yuko den Starter Dummy fast abgeschlossen hatte, liefen bereits viele Element richtig gut:
- Voran
- Fußarbeit
- Suche
- kleiner Suchenpfiff
- Stopp-Pfiff
- Komm-Pfiff
- Back
- Anti-Unruhe
Nur eine Sache klappte überhaupt nicht: Seite.
Früher wäre ich einfach mit dem Voran weiter voran geschossen.
Es läuft ja, warum Zeit verlieren?
Doch diesmal nicht.
Ich habe entschieden:
Seite zuerst. Voran bleibt als Generalisierung stehen, aber keine neuen Schritte.
Und es war genau richtig.
Denn obwohl ich glaubte, das Voran sei stabil, gab es doch hier und da Unsicherheiten, sobald ich das Gelände oder die Verleitungen leicht veränderte.
Das hätte ich nie bemerkt, wenn ich weitergegangen wäre.
Heute ist die Seite sauber aufgebaut.
Jetzt arbeite ich am Bingo Board an der Generalisierung aller Starter-Aufgaben.
Und erst im Frühjahr geht es in den Pocket Dummy.
Dann ist Yuko fast zwei Jahre alt.
Und das ist völlig in Ordnung.
Denn die Basis entscheidet über alles.
Die große Versuchung und warum du ihr widerstehen solltest
Wenn dein Hund gut läuft, möchtest du weitergehen.
Du fühlst dich motiviert. Du willst Fortschritt. Du willst Ergebnisse.
Aber gerade im ersten Jahr ist die Basisarbeit entscheidend.
Je stabiler dein Fundament, desto ruhiger und sicherer wird die Arbeit später, besonders bei schweren Geländeübergängen, hohen Distanzen, Verleitungen oder in Prüfungen.
Achte bewusst auf das Tempo deines Hundes und berechne langsamere Phasen mit ein. Erinnere dich, die Lernkurve bei Hunden ist nicht steil nach oben, sondern geht in Wellen auf und ab.
Deine Trainingsaufgabe
Die Aufgabe dieser Woche findest du wie immer in der kostenlosen Trainingsgruppe Jagdfieber. Dort bekommst du jeden Freitag:
- eine Trainingsaufgabe
- Tipps für deinen Trainingsaufbau
- Einblicke in mein Training in Kanada
Melde dich hier an:
www.hundeschule-jagdfieber.de/trainingsgruppe
Und wenn du die Basis im Dummytraining wirklich sicher legen willst, hier findest du den Smart Basics Kurs:
www.hundeschule-jagdfieber.de/dummy
Viel Freude beim Training und halte durch – es ist nur eine Phase!




