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Weitere Informationen 'Aufwärmen in der Wartezone. Warum dein Hund eine Vorbereitung braucht.
Du sitzt im Working Test. Dein Hund liegt seit zwei Stunden neben dir auf der Decke. Halb am Schlafen, halb am Beobachten. Und dann heißt es: Du bist dran.
Du gehst zum Start. Schickst deinen Hund. Und wunderst dich, warum es nicht so läuft wie zu Hause.
Das Problem ist selten die Übung. Das Problem ist der Kaltstart.
In dieser Episode geht es darum, wie du die Wartezeit sinnvoll nutzt. Und warum Aufwärmen kein nettes Extra ist, sondern Grundlage.
Warum Kaltstart nicht funktioniert
Kein Sportler würde aus dem Sitzen heraus einen Hürdenlauf starten. Niemand sitzt zwei Stunden im Kino und legt danach einen Sprint hin. Genau das verlangst du aber von deinem Hund, wenn du ihn ohne Vorbereitung an den Start schickst.
Was dabei passiert:
- Die Konzentration ist nicht da, wo sie sein sollte.
- Das Verletzungsrisiko steigt, weil die Muskulatur kalt ist.
- Manche Hunde drehen über, weil sie zu schnell vom Standby in die Aktion müssen.
- Trainingsprobleme tauchen auf, die eigentlich keine sind.
Dein Hund braucht einen Übergang. Körperlich und mental.
Die Wartezone ist nicht dein Feind
Auf einem Working Test wartest du oft länger, als du eingeplant hast. Eine bis drei Stunden in einer Wartezone sind keine Seltenheit. Vor allem, wenn die Aufgabe eine Suche ist, wenn zwei Aufgaben kombiniert werden oder wenn Teamaufgaben anstehen.
Bevor du dich darüber ärgerst, halt einen Moment inne.
Niemand lässt sich absichtlich Zeit. Die Richter brauchen auch eine Pause. Manchmal ist die Waffe defekt. Manchmal liegen die Dummys an der falschen Stelle. Vieles bei einem Working Test läuft ehrenamtlich.
Wenn du einen Vorschlag hast, mach ihn konstruktiv. Wenn du es besser machen kannst, mach es selbst. Ansonsten investierst du deine Energie besser in das, was du beeinflussen kannst. Nämlich in dich und in deinen Hund.
Aufwärmen ist Pflicht, nicht Kür
Aufwärmen heißt nicht, ein festes Programm abzuspulen. Es heißt, deinen Hund körperlich und mental in die Aufgabe zu bringen. Konkret geht es darum, den Körper in Bewegung zu setzen, die Gelenke zu mobilisieren, die Muskulatur zu aktivieren und den Kopf einzuschalten.
Eine Voraussetzung gilt für alles, was du in der Wartezone machst: Dein Hund muss die Übungen kennen. Die Wartezone ist kein Ort für Experimente. Du übst zu Hause, in Ruhe, mehrfach. Erst dann nimmst du das mit auf den Working Test.
Welche Übungen sinnvoll sind
Du brauchst keinen großen Aufbau. Keine Dummys. Keine Action. Es geht um ruhige, kontrollierte Bewegungen, die deinen Hund mobilisieren.
Sinnvoll sind Übungen, die seitliche Beweglichkeit fördern. Übungen, die die Halswirbelsäule sanft dehnen. Übungen, die den Rücken durchstrecken. Und Übungen, die Schulter und Vordergliedmaßen mobilisieren.
In der Episode gehe ich konkrete Möglichkeiten durch. Wichtiger als der einzelne Trick ist aber das Prinzip dahinter. Du willst deinen Hund von Standby in Bereitschaft bringen. Langsam, kontrolliert, ohne Hektik.
Wenn dein Hund bei einer dieser Übungen Probleme zeigt, wenn eine Seite deutlich schlechter geht als die andere, oder wenn er den Kopf nicht zur Schulter bewegen will, dann lohnt sich ein Termin beim Physio, beim Osteopathen oder beim Tierarzt. Gerade Dummyhunde tragen viel im Maul. Nackenprobleme sind dort keine Seltenheit.
Bewegung ist wichtiger als jede Übung
Wenn du dir nur einen Punkt aus diesem Beitrag mitnimmst, dann diesen: Beweg dich.
Zehn bis fünfzehn Minuten vor deinem Start läufst du mit deinem Hund. Locker, in unterschiedlichem Tempo. Mal etwas schneller, mal langsamer, mal stehen bleiben, dann wieder loslaufen. Das bringt den Kreislauf in Schwung. Das macht Gelenke und Muskulatur einsatzbereit. Und ganz nebenbei kann dein Hund noch einmal Lösen.
Wenn du das Timing verpasst, weil dein Start früher kommt als gedacht, dann lauf wenigstens noch ein paar Minuten. Das ist immer noch besser als gar nichts.
Was du in der Wartezone vermeidest
Die Wartezone ist kein Trainingsplatz für Action. Was dort nichts verloren hat:
- Dummys werfen
- Bälle oder Quietschies
- hektische Spiele
- laute Bestätigung in der Mitte des Geschehens
Auch wichtig: Deine Aufwärmübungen machst du nicht direkt am Start. Dort dürfen keine Kekse auf den Boden fallen. Das ist unfair gegenüber den Hunden, die nach dir kommen.
Geh ein Stück abseits. Such dir eine ruhige Ecke. Arbeite dort mit deinem Hund. Komm dann entspannt zurück.
Und überleg dir auch, ob deine Übungen andere stören. Wenn du mitten im Pulk Slalom läufst und dabei laut bestätigst, ärgert das die Halter, deren Hunde gerade ruhig liegen. Manche Menschen sind schmerzbefreit. Sei nicht eine davon.
Timing planst du nicht perfekt, aber bewusst
Manchmal verschiebt sich alles. Du stehst auf, willst loslaufen, und der Richter macht doch noch eine Pause. Lass dich davon nicht aus der Ruhe bringen.
Worauf du achtest:
- Lieber etwas zu früh anfangen als zu spät.
- Wenn sich etwas verschiebt, akzeptiere es.
- Im Zweifel priorisierst du Bewegung vor jeder Übung.
Zwei Episoden, die du dir dazu anhören solltest
Wenn du tiefer einsteigen willst, hör dir diese beiden Episoden an.
In Episode 71 spreche ich mit Carmen Heritier über Fitness im Dummytraining. Du findest sie unter https://www.hundeschule-jagdfieber.de/P071.
In Episode 63 geht es mit Corinna Lenz darum, wie Tricks dir im Dummytraining helfen. Auch zum Aufbau der Aufwärmübungen sehr gut. Zu finden unter https://www.hundeschule-jagdfieber.de/P063.
Beide Episoden geben dir mehr Hintergrund dazu, warum Aufwärmen so wichtig ist und was Dummytraining körperlich von deinem Hund verlangt.




