P230: Kanada vs. Deutschland: 10 überraschende Unterschiede in der Hundehaltung

Mai 21, 2026


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In dieser Podcastepisode erfährst du, welche Unterschiede es im Hundetraining und der Hundehaltung in Kanada gibt und was du für dein eigenes Training daraus mitnehmen kannst.

1. Hundeshows und warum „pay and smile“ nicht mein Ding ist.

Ich war in Kanada auf genau einer Hundeshow, aber auch nur zum Zuschauen und nicht um aktiv mitzumachen. Das Drumherum mit den Leuten quatschen und Hunde beobachten hat mir gut gefallen, aber dennoch hab ich gemerkt, das ist nicht meine Welt.

Hier bekommst du keinen Richterbericht wie in Deutschland, sondern Punkte. Aber auch nur, wenn überhaupt Konkurrenz da ist.

Das führt dazu, dass manche einfach zwei Hunde melden, nur um Punkte zu bekommen.

Und dann gibt es noch die professionellen Aussteller.

→ Du kannst deinen Hund für mehrere Monate abgeben.
→ Er reist durchs ganze Land.
→ Jemand anderes stellt ihn aus.

2. Welpentests, Zucht und warum mich manches echt stört.

Welpentests gibt es hier und ein paar gute Züchter machen sie auch. Ich habe tatsächlich schon gehört, dass gesagt wurde, Welpen hätten noch keinen Charakter. Ganz ehrlich, das ist Quatsch.

Was ich hier erlebt habe:
→ Manche geben Welpen zu früh ab.
→ Es gibt keine Wurfabnahmen wie beim DRC Züchter.
→ Standards sind deutlich lockerer.

Gleichzeitig gibt es sogenannte Pet Contracts. Das bedeutet, du bekommst die Papiere erst, wenn dein Hund kastriert ist. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar, die Umsetzung finde ich schwierig.

3. Keine großen Vereine, sondern viele kleine Lösungen.

In Deutschland hast du klare Strukturen, es gibt den DRC, VDH, Datenbanken, Regeln.

In Kanada ist das anders.

→ Viele kleine Clubs.
→ Wenig zentrale Organisation.
→ Jeder macht so ein bisschen sein eigenes Ding.

4. Trainingspausen sind kein Drama.

Das war für mich wirklich ein Aha-Moment. Meine Hunde haben hier jeden Winter eine ca. 4 Monate lange Schneepause. Das ist für mich schwerer zu ertragen, als für meine Hunde. Wenn wir wieder in die Saison starten, teste ich, was noch hängen geblieben ist und bin jedes mal überrascht, dass ich fast am identischen Leistungsstand wieder starten kann.

Das heißt für dich.

→ Pausen sind okay.
→ Dein Hund vergisst nicht sofort alles.
→ Wichtig ist, wie du wieder einsteigst.

Das nimmt so viel Druck raus.

5. Leine ist kein Problem.

Ich war früher echt Team Freilauf.

Heute sehe ich das entspannter.

In Kanada sind viele Hunde häufiger an der Leine.

Und weißt du was, es funktioniert trotzdem.

→ Nicht jeder Spaziergang muss Freilauf sein.
→ Leine kann Ruhe reinbringen.
→ Es darf auch mal weniger sein.

6. Online-Training funktioniert.

Ich war am Anfang selber skeptisch.

Mittlerweile nicht mehr.

Online-Training funktioniert wirklich gut.

Gerade für Teams, die

→ Keinen Verein vor Ort haben.
→ Einen aufgeregten Hund haben.
→ Flexibel trainieren wollen.

Das ist keine Notlösung, sondern eine echte Alternative oder Ergänzung.

7. Done-for-you-Training und warum ich das kritisch sehe.

Hier kannst du deinen Hund für 2 bis 3 Monate zu einem Trainer abgeben und danach bekommst du einen „fertigen“ Hund zurück.

Klingt erstmal gut, ist es aber nicht wirklich.

→ Du lernst nichts.
→ Du weißt nicht, was der Trainer mit deinem Hund genau anstellt
→ Die Beziehung und das Gefühl, etwas gemeinsam geschafft zu haben, fehlt komplett.

8. Kastration ist Standard.

In Kanada werden die meisten Hunde früh kastriert. Oft schon mit sechs bis neun Monaten, was ich für viel zu früh finde, wenn es überhaupt nötig ist.

Ein intakter Hund ist eher die Ausnahme.

9. Wer besser werden will, trainiert im Süden.

Die Trainingssaison ist kurz. April bis Oktober, das war’s. Deshalb fahren viele im Winter in den Süden.

→ Mehr Trainingszeit, da das Gelände nicht voller Schnee und Eis ist.
→ Bessere Vorbereitung, da man stetig weiter trainieren kann und nicht pausieren muss.
→ Bessere Ergebnisse, da man keinen Kaltstart in die Prüfungssaison macht, sondern durchgängig an Prüfungen teilnehmen kann, die im Süden stattfinden.

Das zeigt einfach, wieviel Umfeld und Gelände ausmacht.

10. Zwei Welten im Training.

Was ich besonders spannend finde.

Es gibt zwei extreme Lager.

Auf der einen Seite:

→ Jagdliches Training
→ Viel Druck
→ Klare Erwartungen was der Hund leisten muss
→ kaum bis gar keine Belohnung vom Menschen

Auf der anderen Seite:

→ Agility, Obedience
→ Viel Wissen über Lernen
→ Sehr belohnungsbasiert

Zwischen diesen beiden Welten passiert kaum Austausch, was ich sehr Schade finde.

Fazit

Hundetraining in Kanada hat mir vor allem eines gezeigt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Manche Dinge laufen dort lockerer, manche deutlich strenger und manches einfach komplett anders.

Was du daraus mitnehmen kannst:

Du hast in Deutschland richtig gute Bedingungen.

Gute Strukturen, mehr Kommunikation untereinander, mehr Möglichkeiten.

Du darfst das nutzen und gleichzeitig deinen eigenen Weg finden. Ohne Druck, ohne Vergleich. Sondern so, dass es für dich und deinen Hund wirklich funktioniert.

Links, die in dieser Episode erwähnt wurden:


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Susanne

Gründerin der Hundeschule Jagdfieber

Seit über 10 Jahren bringe ich in der Hundeschule Jagdfieber Mensch-Hund-Teams das Dummytraining bei. 


Ich habe mich voll und ganz auf das Dummytraining spezialisiert und unterrichte es hauptsächlich online in meinen Kursen und dem Mitgliederbereich "Team Jagdfieber".


In meiner kostenlosen Trainingsgruppe Jagdfieber schicke ich dir jeden Freitag eine Mail mit Infos zum Podcast oder mit einer extra Trainingsaufgabe für dich zu Hause.


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