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Weitere Informationen 'Zu Hause klappt es, alleine im Training klappt es, aber sobald du in der Gruppe trainierst, läuft dein Hund mit dem Dummy weg, rennt Kreise oder macht alles außer bringen. Das ist eine der frustrierendsten Situationen im Dummytraining, weil der Hund ja offensichtlich weiß, was er tun soll. Und genau da liegt das Missverständnis.
Es ist kein Trotz und keine Absicht
Der häufigste Gedanke in dieser Situation ist: Der weiß doch genau, was er tun soll, der macht das mit Absicht. Aber Hunde, die in der Gruppe das Dummy nicht bringen, haben meistens eine andere Ursache. Was du siehst, ist eine Stressreaktion. Der Hund ist in dieser Situation überfordert und greift zu dem, was Hunde im Stress tun: Er erstarrt, er flieht, er wird hektisch oder er macht Fiddle about, also er rennt Kreise, spielt mit dem Dummy, wirft es hoch und ist die ganze Zeit in Bewegung. Das sieht aus wie Absicht, ist aber Unsicherheit.
Warum gerade in der Gruppe
Hunde, die in der Gruppe Probleme haben, sind oft Hunde, die grundsätzlich etwas unsicherer sind, als sie nach außen wirken. Ein Hund, der jedes neue Gelände erst abchecken muss und alles kontrollieren möchte, ist kein Chef, sondern ein Hund, der Kontrolle als Strategie gegen Unsicherheit einsetzt. In der Gruppe funktioniert diese Strategie nicht mehr, weil er die Situation nicht kontrollieren kann.
Dazu kommt, dass die Besitzerin in der Gruppe selbst unter Druck gerät, weil sie vermutet, was gleich passieren wird. Das ist völlig verständlich, aber der Hund spürt genau diese Anspannung und fühlt sich dadurch in seiner Einschätzung bestätigt: Hier stimmt etwas nicht. Beide schaukeln sich gegenseitig hoch, ohne dass jemand daran Schuld hat.
Was du konkret tun kannst
Der erste Schritt hat noch gar nichts mit dem Dummy zu tun. Ruf deinen Hund ohne Dummy in die Line der Gruppe zu dir. Wie kommt er? Entspannt, mit einem Bogen, zögernd oder gar nicht? Das zeigt dir, ob das Grundvertrauen in die Gruppe schon fehlt. Wenn ja, fängst du genau dort an.
Tritt beim Gruppentraining seitlich aus der Linie heraus, mindestens 30 Meter weit, eher mehr. Aus dieser Entfernung ist die Gruppe für deinen Hund kein Stressfaktor mehr und er kann dir das Dummy bringen, wie im Alleintraining. Den Abstand verkleinerst du dann sehr langsam über mehrere Trainingseinheiten, immer mit dem Ziel, erfolgreiche Wiederholungen zu produzieren.
Parallel dazu übst du das Spielen und Belohnen in der Gruppe, ohne Dummy. Dein Hund soll lernen, dass die Gruppe ein Ort ist, an dem auch schöne Dinge passieren, nicht nur Aufgaben und Druck.
Wenn das Bringen in der Gruppe trotzdem schiefläuft
Atme einmal durch, geh entspannt und freundlich auf deinen Hund zu und zeig ihm seine Belohnung. Wenn er zu dir kommt, bestätige und lobe ihn. Das Dummy ist in diesem Moment egal. Was zählt, ist dass dein Hund zu dir kommt, und dafür wird er belohnt. Kein Schimpfen, kein Druck, kein zweiter Versuch. Einfach zurück zum Start.
Das klingt kontraproduktiv, ist es aber nicht. Dein Hund hat kein Dummy-Problem, er hat ein Gruppenproblem. Und das löst du nicht mit mehr Druck, sondern damit, dass er lernt: Bei dir ist Sicherheit, egal was passiert.




