P240: Ungeduld im Hundetraining: Wer nicht warten kann, wird mit jedem Hund unzufrieden sein

August 27, 2026


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Du trainierst mit deinem Hund und es läuft nicht so, wie du dir das vorstellst. Vielleicht hast du das Gefühl, dass er nicht umsetzen kann, was du dir wünschst. Vielleicht hörst du auch von außen, dass es an der Rasse liegt, an der Linie, am Zeitpunkt der Ausbildung oder an dem, was vorher gelaufen ist.

Und plötzlich steht ein Satz im Raum, der sich leicht anfühlt: "Vielleicht ist es einfach der falsche Hund."

Wann ein zweiter Hund tatsächlich sinnvoll ist

Es gibt Momente, in denen ein zweiter Hund die richtige Entscheidung ist. Wenn deine Ziele wachsen und du sportlich weitergehen willst, kann es passen, einen Hund dazuzuholen, der diese Anlagen mitbringt. Das ist legitim. Es ist eine Feststellung, kein Versagen.

Schwierig wird es, wenn dieses Muster sich wiederholt. Wenn beim dritten oder vierten Hund wieder die Hoffnung mitfährt, dass diesmal alles anders wird. Dann lohnt sich der ehrliche Blick darauf, was bisher eigentlich gelaufen ist.

Was im Training oft tatsächlich passiert

Ein Training läuft selten deshalb nicht, weil der Hund nicht passt. Es läuft meistens deshalb nicht, weil im Training selbst keine Linie drin ist.

Das Gras ist auf der anderen Seite immer grün. Du wechselst die Methode, sobald etwas hakt. Du gehst zum nächsten Trainer, weil dort der Knoten geplatzt sein soll. Und nach jedem Wechsel beginnt der Aufbau ein Stück neu. Daraus entsteht ein chaotisches Training. Und in einem chaotischen Training kann dein Hund nur chaotisch arbeiten.

Was eine saubere Basis bedeutet

Bevor du sinnvoll weitermachst, brauchst du eine stabile Grundlage. Dein Hund sollte alle Elemente kennen. Er sollte voran, zur Seite und Back geschickt werden können. Er sollte wissen, was eine Markierung ist und was eine große Suche. Er sollte leise sein, sich runterfahren können und zuverlässig in der Fußarbeit sein. Er sollte den Sitzpfiff, den Kommpfiff und den kleinen Suchenpfiff beherrschen.

Genauso wichtig ist die zweite Seite. Du musst wissen, was du tust, wie du es tust und warum du es so tust. Dieses Warum ist der Schlüssel. Wenn du es nicht beantworten kannst, weißt du auch nicht, warum etwas nicht funktioniert. Du wirst dann jeden Hinweis von außen übernehmen, weil dir die Linie fehlt, ihn einzuordnen.

Warum Veränderung Zeit braucht

Wir sind heute eine sehr schnelle Welt gewohnt. Du bestellst etwas und es ist am nächsten Tag da. Du gibst eine Idee in die KI und hast in Sekunden ein Ergebnis. Wir haben verlernt zu warten.

Hunde lernen nicht in einer geraden Dein Hund versteht etwas, und in der nächsten Einheit macht er es wieder wie früher. Das ist normal. Den einen Moment, in dem der Knoten platzt und alles für immer sitzt, gibt es nicht.

Warum ein neuer Hund das alte Problem mitbringt

Wenn die eigentliche Ursache deine Ungeduld ist oder ein chaotischer Aufbau, dann fängt mit einem neuen Hund das gleiche Problem wieder von vorne an. Vielleicht sieht es anders aus, weil der neue Hund einen anderen Charakter hat. Aber die Ursache bleibt.

Du bist der größte Hebel

Ein guter Hundeführer kann aus einem schwierigen Hund einen guten Hund machen. Ein schlechter Hundeführer kann aus einem guten Hund einen schlechten machen.

Deine eigene Lernkurve sollte deshalb in Bewegung bleiben. Jedes Problem mit deinem Hund ist eine Chance, etwas zu verstehen. Nicht als Selbstvorwurf, sondern als ehrliche Frage: Was ist hier eigentlich los? Wo hakt es immer wieder?

Es kann übrigens vollkommen richtig sein, dass du etwas falsch gemacht hast. Wichtig ist nicht, dass du immer alles richtig machst. Wichtig ist, dass du dir merkst, was du gemacht hast, und es beim nächsten Mal anders aufbaust.

Die Kernbotschaft

Es ist nie nur der Hund.

Es ist immer eine Mischung aus Anlage, Training und dir. Und du hast den größten Einfluss darauf, wie sich diese drei Teile zusammenfügen. Wenn du verstehst, was du tust und warum, wirst du Hinweise von außen besser einordnen können. Du wirst eine Linie haben, an der du dich festhalten kannst, auch wenn es kurzfristig wackelt.

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Susanne

Gründerin der Hundeschule Jagdfieber

Seit über 10 Jahren bringe ich in der Hundeschule Jagdfieber Mensch-Hund-Teams das Dummytraining bei. 


Ich habe mich voll und ganz auf das Dummytraining spezialisiert und unterrichte es hauptsächlich online in meinen Kursen und dem Mitgliederbereich "Team Jagdfieber".


In meiner kostenlosen Trainingsgruppe Jagdfieber schicke ich dir jeden Freitag eine Mail mit Infos zum Podcast oder mit einer extra Trainingsaufgabe für dich zu Hause.


Es ist so ein toller Sport und möchte dich dabei begleiten, ihn zu verstehen und zu genießen.

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